Asiatika, Chinesische Kunstgegenstände und traditionelle Handwerkswaren

Chinesische Bildrolle "Diao Chan"

24,00 EUR In stock
40 cm 145 cm Neu

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Tuschezeichnung mit Passepartout
Material: Papier mit Stoffverzierung
Motiv: Mondgebet – Diao Chan (貂蟬)
Außenmaße: 145 x 40 cm
Innenmaße: 103,5 x 31,5 cm

Die Vier Schönheiten sind sagenumwobene Frauen der chinesischen Mythologie – Sie basieren auf historischen Figuren, jedoch wurden die Lebensgeschichten der Vier Schönheiten im Laufe der Zeit mit immer mehr Legenden ausgeschmückt. Sie sollen so schön gewesen sein, dass sie großen Einfluss auf die Herrscher ihrer jeweiligen Epoche ausüben konnten. Meist enden die Geschichten der Frauen jedoch tragisch. Ihnen werden jeweils bestimmte Tugenden, aber auch kleinere Macken zugeschrieben, die sie menschlicher und wirklichkeitsnaher erscheinen lassen. Ein Gedicht ungeklärten Ursprungs beschreibt die Vier Schönheiten folgendermaßen:

xī shī chén yú
zhāo jūn luò yàn
diāo chán bì yuè
guì fēi xiū huā

Es bedeutet in etwa: "Xi Shi lässt die Fische sinken. Wang Zhaojun verleitet die Vögel zum Herabfallen. Diao Chan stellt den Mond in den Schatten. Yang Guifei beschämt die Blumen."

Diao Chan ist die einzige der Vier Schönheiten, deren reale Existenz historisch nicht nachweisbar ist. Sie ist ein Charakter im Roman "Die Geschichte der Drei Reiche" von Luo Guanzhong, der zu den Vier Klassischen Romanen Chinas zählt. Es gibt jedoch Parallelen ihrer Geschichte zu wahren Begebenheiten, die sich im 2. Jhd. n. Chr. abgespielt haben. Im Roman will der Minister Wang Yun den brutalen Oberbefehlshaber Dong Zhuo stürzen. Um dies zu erreichen, vermählt er seine Ziehtochter Diao Chan mit deren Einverständnis zuerst mit dem General Lü Bu und macht sie später zur Konkubine Dong Zhuos. Auch aus historischen Zeugnissen geht hervor, dass Lü Bu eine Affäre mit einem Dienstmädchen Dong Zhuos hatte. Zusammen spielen Wang Yun und Diao Chan den Oberbefehlshaber und seinen General aus, was in der Ermordung Dong Zhuos endet. Auf die Idee, Diao Chan in die Intrige mit einzuflechten, ist Wang Yun eines Nachts gekommen, als er diese beim Beten zur Mondgöttin antraf. Sie betete um sein Wohl und offerierte, alles zu tun, damit der schreckliche Oberbefehlshaber, unter dem alle am Hof litten, verschwindet. Über ihr weiteres Leben wird im Roman indes nichts erwähnt. Volkslegenden beschreiben jedoch weitere Geschichten, nach denen Diao Chan nach diesen Ereignissen dem General Guan Yu als Geschenk präsentiert wird, der sie jedoch aus Vorsicht köpfen lässt.

Artikelnummer: RBP205-A

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Hintergrundinformationen

Auf den Spuren der Lehre Buddhas

Chinesische Rollbilder – Überlieferer der Lehre Buddhas

Die in der westlichen Welt eher unbekannten Hängerollen sind ästhetische Kunstobjekte und Informationsträger gleichermaßen. Auf ihnen wurden ursprünglich buddhistische Schriften festgehalten und von Wandermönchen zur Lehre mit sich herumgetragen. In dieser Funktion ähneln sie den in Europa verwendeten Schriftrollen zum Übermitteln von Informationen. Im Laufe der Zeit allerdings wurde die Kalligraphie immer kunstvoller und die auf Reispapier geschriebenen Texte mit kleinen, bildhaften Darstellungen von Szenen aus Buddhas Leben geschmückt. Ab dem 7. Jhd. erlebte die Ausbreitung des Buddhismus in China einen großen Aufschwung – nicht zuletzt durch die Möglichkeit, die Lehre mithilfe der Rollbilder zu verbreiten. Auf diesem Wege gelangten sowohl der Buddhismus, als auch die Rollbilder nach Japan, wo diese heute noch als Kakemono (vertikale Rollbilder) bzw. Makimono (horizontale Rollbilder) bekannt sind.
Chinesischer Tempel Aus der Ergänzung buddhistischer Texte mit Tuschezeichnungen entwickelte sich die Kunstform der Rollbilder, welche anfangs ebenfalls ausschließlich buddhistische Motive zeigten. Zeitgleich wurden die Bildrollen immer aufwändiger verziert: Das feuchtigkeitsanfällige Reispapier wurde durch feines Seidenpapier ersetzt und mit Passepartouts aus Brokatstoff eingefasst. Im Zuge der aufkommenden Landschaftsmalerei etablierten sich auch bei den chinesischen Hängerollen nicht-religiöse Motive sowie Tier- und Pflanzenmotive. Denn längst dienten die Hängerollen nicht mehr nur den buddhistischen Zeremoniellen, sondern hatten bald eine der klassischen chinesischen Malerei ebenbürtige Stellung als ästhetisches Kunstobjekt inne. Eine Besonderheit – und gleichzeitig der größte Unterschied zu den in der westlichen Welt bekannten „stabilen“ Bildern – liegt darin, dass die Bildrollen stets zu bestimmten Anlässen oder Jahreszeiten hervorgeholt und aufgehängt werden. Während der restlichen Zeit lagern sie zusammengerollt in eigens dafür angefertigten Kisten. So gibt es besondere Bildrollen, die nur an einem einzigen Tag im Jahr für eine Zeremonie im Tempel aufgehängt werden. Auch in ihren eigenen vier Wänden wechseln die Menschen in China die Rollbilder immer wieder entsprechend der aktuellen Jahreszeit oder des Anlasses aus – etwa, wenn besondere Gäste eingeladen sind.

Rollbild "Morgengruß"

Chinesische Malerei

Die chinesische Malerei ist eine ausgesprochen komplexe, tiefgründige und vielfältige Kunstform, die auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken kann. Bevor die bis heute hoch angesehene und beliebte Landschaftsmalerei etwa ab dem vierten Jahrhundert n. Chr. aufkam, wurden vornehmlich religiöse Themen in den Kunstwerken verarbeitet. Ab dem vierten Jahrhundert gewannen die Bilder erstmals eine tiefere, hinter das rein Sichtbare blickende Ebene, für welche die chinesische Malerei weltbekannt werden sollte. Während der Tang-Dynastie (618-907) und Song-Dynastie (960-1279) erfuhr die chinesische Malerei durch großzügige Förderung und Etablierung von Kunstschulen durch die adlige Oberschicht einen großen Aufschwung. In dieser Zeit wurde die Darstellung von „unendlichen“ Himmeln, Seen oder Flüssen in Landschaftsbildern durch große leere Flächen – eines der charakteristischen Stilmittel der chinesischen Tuschezeichnungen – häufiger. Von besonderer Bedeutung für diese Epoche ist die Wen-Jen-Hua-Schule, die einen erstmals auftauchenden und für die damalige Zeit extrem ungewöhnlichen Grad an Abstraktion prägte.

Huang Shan Berge

Eine Frage der Perspektive

Manchen Betrachtern mag auffallen, dass in den wenigsten chinesischen Kunstwerken klare Fluchtpunkte zu finden sind. Dies ist dem chinesischen Malstil geschuldet, der gänzlich verschiedene Ziele verfolgt als der uns vertraute westliche Stil. Während in Europa lange Zeit die möglichst naturgetreue Darstellung von Menschen, Tieren, Landschaften und Perspektiven im Vordergrund stand, war und ist in China seit jeher die Botschaft, die der Maler vermitteln will und seine subjektiven Vorstellungen der Szenerie der Kern eines jeden Werkes. Diese tiefere Bedeutung ist durch Farbwahl, Strichführung und Kombination und Anordnung einzelner Elemente erschließbar.
So ist das Rollbild, das man sich an die Wand hängt, nicht nur ein einfaches Bild. Man betrachtet gleichzeitig auch immer eine dem Bild innewohnende Symbolik.

Rollbild Herstellung in Handarbeit

Herstellung von Rollbildern

Die Herstellung chinesischer Rollbilder folgt auch heute noch den alten, traditionellen Verfahren. Am Anfang des Herstellungsprozesses steht die Wahl des Papieres, auf das die Zeichnung später aufgetragen wird. Meist wird chinesisches Reispapier oder Stoff verwendet, welche wegen ihrer besonders groben Struktur einen ausgezeichneten, saugfähigen Malgrund darstellen. Die Saugfähigkeit Trägermaterials jedoch erfordert vom Maler höchste Konzentration und eine ruhige Hand, da jeder Strich fehlerfrei gesetzt werden muss. Aus diesem Grund fertigt der Künstler mehrere Konzeptzeichnungen an, mit denen er die Strichführung übt. Die daraus resultierende malerische Perfektion spiegelt sich in den wunderschönen, schwungvoll und mit viel Hingabe gezeichneten Motiven, in die die gesamte künstlerische Energie des Malers einfließt.
Ist das Bild fertig gestellt, wird es zur Trocknung aufgehängt. Währenddessen widmet sich der Künstler dem Arbeitsschritt, der die chinesischen Bildrollen so einzigartig macht: Die Vorbereitung eines passenden Seidenstoffrahmens. Hierzu wird ein in Struktur und Farbe harmonierender Stoff gewählt und speziell auf die Maße des Bildes angepasst. Rahmen und getrocknetes Bild werden nun auf ein weiteres, stabiles Trägerpapier gelegt und miteinander verleimt. Zuletzt wird die chinesische Hängerolle durch das Anbringen des oberen Träger- und des unteren Gewichtstabes fertiggestellt. Unsere Rollbilder stammen aus Malschulen in Yaoli, Peking und Guilin. Hier werden die bekanntesten und schönsten Motive der traditionellen chinesischen Malerei kunstvoll und hochwertig repliziert.


Maße / Gewicht

Maße / Gewicht

Maße Außenmaße: 145 x 40 cm, Innenmaße: 103,5 x 31,5 cm
Gewicht 0,30 kg

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