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Konfuzius Statue Stein groß

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15 cm 15 cm 40 cm Neu
Statue des Konfuzius
Herstellungsort: Jiaxian
Material: Stein
Motiv: Konfuzius (Kong Fu Zi)
Farbe: dunkelgrau/anthrazit
Maße: 15 x 15 x 40 cm
Gewicht: 10,5 kg

Konfuzius (chin. Kong Fu Zi - „Meister Kong Zi“) ist der wohl bekannteste chinesische Philosoph und lebte zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen. Den historischen Hintergrund seines Lebens bildet damit eine Periode großer gesellschaftlicher Umbrüche und umfangreicher Staatsreformen. Zentral für diese Zeit ist der Zerfall des fast 800 Jahre währenden Zhou-Imperiums in den politischen Flickenteppich der Zeit der streitenden Reiche (etwa 475 bis 221 v. Chr.). Unter der späten Zhou-Dynastie entstanden die beiden „urchinesischen“ Gedankenströmungen: Der Daoismus, in dem Religion und Philosophie zunehmend verschwimmen, und der humanistisch ausgerichtete Konfuzianismus, der eher das Profane in den Mittelpunkt stellt - speziell soziale Gefüge.
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Hintergrundinformationen

Konfuzius Jugend und Philosophie

Konfuzius wurde im Jahr 551 v. Chr. als Kong Qiu in der Stadt Qufu geboren, deren Einzugsgebiet heute mehr als 600.000 Einwohner zählt und gleich drei Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes beherbergt: Das Anwesen und den Friedhof der Familie Kong sowie den Konfuziustempel, zu dem auf den Tod des Philosophen folgenden Jahrhunderten zwölf Kaiser des chinesischen Reiches gepilgert sein sollen.

Früh bemühte sich der ohne einen Vater in einer verarmten Familie des niederen Landadels aufgewachsene Konfuzius um eine möglichst breit gefächerte Bildung. Seine Meister sagten ihm einen scheinbar unstillbaren Wissensdurst nach. Über mehrere unbedeutende Verwaltungsstellen führte ihn dieser Ehrgeiz schließlich in eine bemerkenswerte Karriere als Gelehrter und Lehrer: Rund 3000 Schülern soll er im Laufe seines Lebens eine allgemeine Bildung ermöglicht haben. Dahinter stand das hehre Ziel, die Entwicklung tugendhafter Persönlichkeiten (sg.: Junzi) zu fördern und so die Gesellschaft von Grund auf zu verbessern. Die von Bildung angestoßene und begleitete Selbstkultivierung sollte loyale, genügsame, folgsame und disziplinierte Menschen hervorbringen, welche ihr Leben nach den konfuzianistischen Tugenden ausrichten:

  • Menschlichkeit und Güte (REN): Das altruistische, auf Menschenliebe basierende Ausleben der konfuzianistischen Tugenden im zwischenmenschlichen Umgang - stets auch im Wissen um das "menschliche" und die simple Tatsache, dass das Leben eines jeden Menschen in einem Beziehungsnetz stattfindet.
  • Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit (YI): Diese Tugend vereint den Willen, Gutes zu tun, mit der Fähigkeit dazu sowie dem zugrundeliegenden Wissen um das "Gute".
  • Das Einfügen in die Weltordnung (LI): Eine über die Jahrhunderte vielfältig ausgelegte und beschriebene Tugend, die sich - je nach kulturellem Hintergrund des Interpreten - auf Staatsstrukturen, religiöse und/oder gesellschaftliche Strukturen oder auch realkonservative Familientraditionen beziehen kann.
  • Wissen (ZHI) - umfasst auch Weisheit, Lernbereitschaft und die aktive Verfolgung von Wissenzuwachs in Bezug auf Fakten und Kenntnisse, vorrangig aber dem abstrakten moralischen Gefüge: Das Wissen darum, was moralisch verwerflich und was erstrebenswert und "gut" ist.
  • Integrität (XIN) - im persönlichen, privaten und gesellschaftlichen Sinne und Umfeld: Treue, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit.

Aus diesen lassen sich speziellere soziale Pflichten ableiten wie die Ehrfurcht vor und Achtung von Eltern, Ahnen und allgemein älteren und somit weiseren Personen (xiao), die Loyalität gegenüber personellen wie gesellschaftsstrukturellen Entitäten (zhong) sowie die fundamentale Sittlichkeit, die auf der Verinnerlichung des Konzeptes LI beruhen soll.

Politische Laufbahn, Wanderschaft und Lebensabend des Konfuzius

Im Wunsch, die Gesellschaft grundlegend mithilfe allgemeiner, umfassender Bildung zu transformieren, strebte Konfuzius früh nach Einfluss im Staate Lu und errang schließlich hohe Ministerposten. Seine gesellschaftspolitischen Ziele sollte er jedoch, so die Überlieferung, mangels Interesse der hedonistisch ausgerichteten Aristokratie an einer Vergesellschaftung oder gar Verstaatlichung der aufgefächerten moralischen Ideale und darauf basierender höfischer Intrigen nie verwirklichen können.

Konfuzius verließ den öffentlichen Dienst und begab sich auf Wanderschaft, um seine Lehre über die Staatsgrenzen hinaus zu verbreiten - umgeben von einer stetig wachsenden Gefolgschaft. Die Aufzeichnungen seiner Schüler während dieser knapp zwölf Jahre währenden Reise durch acht benachbarte Staaten sollen die Grundlage für die "Analekten des Konfuzius" sowie weiterer Werke aus dem elementaren konfuzianistischen Kanon gebildet haben. Im Alter von 67 kehrte er nach Lu zurück und starb nur wenig später im Jahr 479 v. Chr..

Konfuzianismus von der Zeit der streitenden Reiche bis zur Han-Dynastie

Die von Konfuzius Anhängern gepflegte Verehrung ihres Lehrmeisters entwickelte sich bald zu einem gesellschaftsübergreifenden Phänomen, das vor allem in China dauerhafte, tiefe Wurzeln schlagen sollte. Über die Zeit der streitenden Reiche wurden seine Lehren zusammengetragen und mit den von ihm als Grundlagenwerke allgemeiner Bildung hervorgehobenen Schriften zu einem Kanon der Gedankenschule vereint.

Hervorzuheben ist hier das Wirken des Mengzi (Mencius), der einen Großteil seines Lebens mit der Verbreitung seiner Adaption des Konfuzianismus verbrachte und dem Versuch, verschiedene lokale Herrscher von deren Umsetzung und Kultivierung zu überzeugen. Letztendlich blieb er jedoch wie Konfuzius selbst in diesem Bestreben erfolglos. Dazu beigetragen haben könnte, dass Mencius für eine Art Widerstandrecht des Volkes gegenüber der Obrigkeit eintrat. Dieses leitete er aus der Forderung Konfuzius ab, ein guter Herrscher habe im Einklang mit den konfuzianistischen Idealen zu leben und für das Wohl des Volkes zu handeln. Hier lassen sich gewisse Parallelen zum Konzept des "Mandats des Himmels" (vereinfacht das Wohlwollen der Götter gegenüber "guten" Herrschern) ziehen. Dieses diente den Zhou als Legitimationsinstrument, erlaubt theoretisch aber auch, den Sturz eines "schlechten" Herrschers zu rechtfertigen.

Das Ende des auf den Untergang der Zhou-Dynastie folgenden turbulenten Abschnitts chinesischer Geschichte markieren Reichseinigung und Staatskonsolidierung durch Qin Shihuangdi auf Basis des Legalismus. Diese brachte auch eine Abkehr vom Feudalsystem mit sich. Bis zum Extrem gedacht führte die Adaption des Legalismus als tragende Staatsphilosophie zu einem totalitären Kaiserstaat, einer vollständigen Bürokratitisierung der Gesellschaft und einem radikalen Bruch mit den Lehren der alten Meister. Letzterer mündete sogar in Bücherverbrennungen und der Verfolgung nonkonformistischer Gelehrter.

Unter der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.), die aus einer Rebellion gegen das Qin-Regime hervorging, folgte eine behutsame Reliberalisierung. Der Legalismus verlor seinen Status als dominante Staatsphilosophie und wurde um die Lehren des Daoismus und des Konfuzianismus ergänzt. Während der 54 Jahre umspannenden Regentschaft des Kaisers Wu wurde dem Konfuzianismus eine herausragende Rolle zuteil. So gründete Wu unter anderem die kaiserliche Akademie in Xi'an, in der werdenden Beamten über Jahrhunderte unter anderem konfuzianistische Tugenden vermittelt werden sollten.

Aufstieg des Buddhismus und Entstehung des Neo-Konfuzianismus

Die wieder instabile, auf den Untergang der Han-Dynastie folgende Phase wechselnder Herrschaftsverhältnisse und verheerender Kriege - beginnend mit der Zeit der Drei Reiche bis 280 n. Chr. - bot einen hervorragenden Nährboden für die Verbreitung des Buddhismus in China. Unter der Tang-Dynastie (618-907) reichte der Einfluss buddhistischer Geistlicher gar bis in die höchsten Ebenen der Regierung, bis sich Kaiser Wuzong im Jahr 845 offen gegen den Buddhismus stellte. Unterstützt von konfuzianistischen Machtträgern ließ der daoistische Kaiser tausende Klöster zerstören, Mönche in die Landwirtschaft zwingen und Kirchenbesitz beschlagnahmen. In weniger als zwei Jahren der Buddhistenverfolgung wurde die Dominanz der Religion in der chinesischen Gesellschaft gebrochen. Dies erlaubte ein Wiederaufblühen der zahlreichen traditionellen Strömungen der chinesischen Philosophie.

In der Song-Dynastie um die folgende Jahrtausendwende begann die Geschichte des Neo-Konfuzianismus, der dem humanistischen Kern des Konfuzianismus zunächst einzelne philosophische Konzepte des Daoismus und des Buddhismus zuführte. Über die folgende Jahrhunderte schufen Gelehrte auf dieser Basis und orientiert an Mengzis Modell den ideologischen Unterbau des "rationalen Idealismus". Dieser stellte eine klare Abgrenzung von den religiösen Zügen des klassischen Konfuzianismus, des Daoismus, des Buddhismus und der noch weit verbreiteten, vielfältigen Ausformungen der chinesischen Volksreligion dar.

Im Laufe der Ming- und Qing-Dynastien (1368 bis zur Ausrufung der Republik) wurde sich zunehmend auf einzelne Aspekte des Konfuzianismus wie die Selbstkultivierung in Hinblick auf die fünf Tugenden und die Beziehung zwischen Staat und Bürger rückbesonnen. Einzelne Zweige nahmen immer wissenschaftlichere, nahezu realphilosophische Züge an.

Konfuzianismus nach Republik und Revolution

Spätestens mit der Ausrufung der Republik im Jahr 1912 begann der Niedergang des Konfuzianismus: Durch die enge Bindung der Schule an zahlreiche Staaten und Herrscher und den Teilkern der Lehre, der Gehorsam, Unterordnung, Loyalität und die Existenz einer zu bewahrenden Weltordnung betont, galt er bald als rückständiges Herrschaftsinstrument des Kaisertums. Das staatlich sanktionierte Festhalten an konfuzianistischen Konzepten wurde gar für die Unterlegenheit Chinas im Konflikt mit den imperialistischen Aggressoren des Westens verantwortlich gemacht.

Das kommunistische Regime ab 1949 stellte den Konfuzianismus selbst als reaktionäre und damit letztendlich schädliche Ideologie dar. Spätestens im Rahmen der Kulturrevolution versuchte Mao, die chinesische Gesellschaft vollständig vom Konfuzianismus zu befreien. Rotgardisten verwüsteten Tempel und Heiligtümer wie das Familienanwesen der Kongs, schändeten die Gräber des Philosophen und seiner Anhänger geschändet und gingen gewaltsam gegen Gelehrte und Anhänger der Philosophie vor.

Deng Xiaopings Herrschaft war zum einen geprägt von einer Abkehr vom repressiv umgesetzten Prinzip der permanenten Revolution, zum anderen von weitreichenden Reformen zugunste der Wirtschaft der Volksrepublik. Während der Kommunismus nach Maos Tod in der Funktion einer Ersatzreligion an Bedeutung verlor, gewannen auch und vor allem religiöse Strömungen wieder an Kraft. Diese Entwicklung führte vor dem Hintergrund eines für die Bevölkerung zunehmend schmerzhaften Mangels an sinnstiftenden Rahmen und wertevermittelnden Orientierungshilfen auch zu einem Wiederaufflammen des Konfuzianismus, der - streng genommen - zumindest aus dem Privatleben der Zivilgesellschaft in Form von Traditionen nie wirklich verschwunden war.

Um die Jahrtausendwende begann die Kommunistische Partei behutsam, für sie günstige, dem Legalismus nahestehende Konzepte des klassischen Konfuzianismus zu propagieren. Dahinter standen die Ziele, die autoritäre Regierungsform zu legitimieren und religiöse und philosophische Strömungen zu schwächen, die Delinquenz oder sogar Widerstand fördern könnten. Unter dem Dach von Hu Jintaos Ideal der "Harmonischen Gesellschaft" fanden diese Konzepte schließlich in Form einer politischen Doktrin wieder ihren Weg in die moderne staatstragende Ideologie des chinesischen Staates.


Maße / Gewicht

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Maße 15 x 15 x 40 cm
Gewicht 10,50 kg

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