Hintergrundinformationen
Das Mausoleum
Im Jahre 1974 stolperte man in der Region Xi’an beim Errichten eines Brunnenschachts zufällig über einen der größten kulturellen Schätze Chinas: Das Mausoleum Qín Shǐhuángdìs mit der berühmten Terrakotta-Armee. Das von der UNESCO 1987 zum Weltkulturerbe erklärte und auch als „achtes Weltwunder“ bezeichnete Grabmal machte die Region auch über die Grenzen Chinas hinaus bekannt und ist heute eine Attraktion für Reisende aus aller Welt.
Die ständige Angst vor dem Tod nach dem frühen Hinscheiden seines Vaters und einiger gescheiterter Attentate trieb Qín Shǐhuángdì zur Suche nach Mittel und Wegen, unsterblich zu werden. Schon kurz nach seinem Regierungsantritt im Jahre 246 v. Chr. ließ er mit dem über 36 Jahre andauernden Bau seines Mausoleums, einem der teuersten Projekte in der Geschichte Chinas beginnen, das mehr als 700.000 Arbeiter beschäftigte. Die mehrere tausend Quadratmeter große Grabanlage wurde bis heute noch nicht vollständig freigelegt; bis jetzt hat man etwa 8000 individuell gestaltete Terrakotta-Figuren gefunden, die eine komplette Armee des Kaisers darstellt und diesen, der bis heute bestehenden chinesischen Vorstellung dieser Zeit folgend, auch nach dem Tode noch vor Bedrohungen schützen sollte. Der Detailgrad der Figuren, Rüstungen und der echten, einsatzfähigen Waffen, die alle Rangmerkmale tragen, ist erstaunlich. Vorrangig wurden wohl Zwangsarbeiter eingesetzt und streng überwacht; die Baumeister wurden nach der Fertigstellung lebendig begraben, um das Geheimnis um die Baupläne zu wahren und das Mausoleum zu einem Unikat zu machen.
Eine einzigartige Armee
In der ersten und größten der drei Grabkammern fand man eine über 6000 Mann starke Hauptstreitmacht aus Infanteristen, die an den Seiten von Bogen- und Armbrustschützen flankiert ist und 30 Streitwagen. 1300 Soldaten, Kavalleristen und Infanteristen wurden in der zweiten Grube aufgestellt, die dritte und kleinste Grube enthält den 68 Mann umfassenden Kommandostab, welchen man anhand der prunkvollen Rüstungen und der Haltung der Krieger als solchen interpretiert.
Das Bemerkenswerte an dieser Armee ist die fortschrittliche wie lückenlose Schlachtformation und die Tatsache, dass kein Soldat in Haltung und Gesichtszügen dem anderen gleicht, weswegen darüber spekuliert wird, ob lebendige Soldaten Modell standen. Eine Legende besagt, dass die Krieger bereits bei der Abbildung wussten, dass sie nach der Fertigstellung dem Tode geweiht waren. Dies nahmen sie jedoch als Symbol der Treue und des Gehorsams gegenüber ihres Kaisers und zum Erlangen der Unsterblichkeit entschlossen hin. Ursprünglich waren die Krieger mit verschiedenen Farben lebensecht bemalt. Dazu wurden auf einer Grundierung aus dem Saft des chinesischen Lackbaums für jeden Soldaten individuelle Farbmischungen für die Rüstung und sogar für die Augenfarbe aufgetragen. Von dieser Bemalung sind heute jedoch nur noch Restpartikel übrig geblieben, weswegen die ausgegrabenen Krieger eine lediglich sandige bzw. schwarze Oberfläche aufweisen. 207 v. Chr. verwüstete ein Rebellengeneral die Grabanlage, ließ tausende der echten Waffen entwenden und Teile der Holzkonstruktion in Brand stecken, wodurch das Mausoleum unzugänglich wurde und für fast 2200 Jahre in Vergessenheit geriet – bis zum spektakulären Fund 1974.
Xi’an
Xi’an (chin. 西安市 – westlicher Frieden) und dessen umliegende Region beherbergen heute viele Produktionsstätten für Repliken der Terrakotta-Krieger. Nach dem Regierungsantritt Qín Shǐhuángdìs wurde die Stadt als Chang’an (chin. 長安 – langer Frieden) zur Hauptstadt des Reiches erklärt und diente mehreren Dynastien als solche. Im Jahre 18 n. Chr. wurde sie jedoch größtenteils verwüstet und verlor ihren Status. Neu errichtet als Daxing unter der Sui-Dynastie um 580 n. Chr. und während der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) wuchs die Stadt zur damals größten Metropole der Welt heran – mit über einer Million Einwohnern auf 88 Quadratkilometern –, wurde 1369 unter der Ming-Dynastie in Xi’an umbenannt und wird heute als eine der historisch herausragenden Städte Chinas eingeschätzt. Als Hauptstadt der Provinz Shaanxi und einer der 15 Unterprovinzstädte der Volksrepublik China nimmt Xi’an mit seinen 7,5 Millionen Einwohnern noch immer einen wichtigen Platz ein; nicht zuletzt wegen den über 50 Kaisergräbern in der Region, der größten weitgehend erhaltenen Stadtmauer Chinas, der Moschee zu Xi’an und der Großen Wildganspagode. Für Historiker und Archäologen gilt Xi’an als sprichwörtliche Goldgrube.
Herstellung
Die in Handarbeit hergestellten Krieger kommen in Material und Form ihren Vorbildern sehr nahe, da eine traditionelle Rezeptur des Tons verwendet wird. Besonders viel Liebe zum Detail zeigt sich in den vielen sorgfältig herausgearbeiteten Feinheiten des Gesichts und der Rüstung, welche alle die Merkmale der Originale tragen. Zwei Wochen dauert die Herstellung der Krieger insgesamt, wobei jeder einzelne mit Hilfe von vorgefertigten Formen für die Gliedmaßen bearbeitet und danach eine Woche lang mit über 1000°C gebrannt wird. Diese hochwertigen Nachbildungen repräsentieren noch immer die Standhaftigkeit und Loyalität der Originale; sie werden noch immer in der Region Xi’an, nahe des Mausoleums in kleinen Manufakturen hergestellt. Nach dem Brennen patiniert, erinnern die Soldaten an die Jahrtausende alte Armee, die 2200 Jahre vergessen und verloren unter dem Erdreich schlief.
Maße / Gewicht
Maße / Gewicht
| Maße | 10,5 x 15,5 x 43,5 cm |
|---|---|
| Gewicht | 2,90 kg |



